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Wasserstrahl- und Plasmakombianlage
Edelstahler
#1 Geschrieben : Montag, 4. Oktober 2010 15:34:29
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Hallo Forumsmitglieder,

hat irgendeiner von euch Erfahrungen mit kombinierten Anlagen zum Wasserstrahl- und Plasmaschneiden? Gibt es solche Anlagen eigentlich, und wer stellt solche Anlagen her?

Grundsätzlich wäre eine Kombination dieser beiden Technologien doch eigentlich optimal, weil man dann so ziemlich die gesamte Bandbreite an Werkstoffen abdecken könnte?

Danke schon mal für zahlreiche Antworten!

staby449
#2 Geschrieben : Mittwoch, 6. Oktober 2010 12:50:09
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Hi,

ich hoffe dass nur die wenigsten mit diesen Anlagen Erfahrungen haben, denn meiner Meinung nach passt das nicht zusammen. Wasser und Plasma hat miteinander ja gar nix zu tun. Auch wenn es Anlagen gibt, die Unterwasserplasma ausführen - es ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

Entweder habe ich die langsame, aber natürlich an allen Materialien verwendbare Technologie Wasserstrahl und sperre mir somit Plasma, oder ich verwende Plasma und saue die ganze Anlage ein. Tolles Resultat. Also ich meine entweder oder.

Ein polnischer Hersteller hat letztes Jahr auf der Messe genau dieses Thema als Messeneuheit angepriesen, wobei ich nicht finden konnte was denn neu war. Es gibt diese Kombination von mehreren Herstellern schon seit Jahren - durchsetzen wird Sie sich aber nicht.

Die eierlegende Wollmilchsau wirds auch beim schneiden so schnell noch nicht geben.
Und eine solche Anlage zielt in diese Richtung. Softwareseitig und technologisch ist das sicherlich alles in den Griff zu bekommen, nur der Dreck der bei den jeweiligen Schneidtechnologien entsteht ist genau für die jeweils andere Technologie Gift.

Viel vernünftiger ist es, sich mal mit allen Technologien auseinanderzusetzen. Und sich mal richtig beraten zu lassen. Denn wenn ich schlussendlich vielleicht sogar in 2 Technologien investiere (getrennte Systeme) dann stelle ich meinen Betrieb auf ganz andere Beine. Vorausgesetzt es treibt mich nicht an den finanziellen Ruin.

Was mir gerade noch einfällt... Es gibt eine Reihe von kleinen und großen Lohnschneidern. Mir persönlich ist kein großer und auch kein kleiner Lohnschneider bekannt der beide Technologien an einer Anlage einsetzt. KEINER! Wenn dann nur auf verschiedenen Anlagen.

An alle Theoretiker da draussen: Auch der Störungsfall sollte bedacht werden. Steht die eine Technologie kann nicht unbedingt auf die andere zurückgegriffen werden da Sie ja in einer Steuerung und in einem Haus "wohnen".

wünsche eine angenehme Woche.

Staby
Edelstahler
#3 Geschrieben : Mittwoch, 6. Oktober 2010 16:26:54
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Hallo Staby,

danke für die umfassende Antwort.

Natürlich gibt es Probleme, wenn man mehrere Technologien auf einer Anlage realisieren möchte, leichter ist sicher die Kombination Autogen und Plasma.

Vielleicht liesse es sich machen, wenn man auf einer Anlage mit 2 Portalen operiert, und die Anlage quasi halbiert. Dann könnte man auf der einen Seite mit Plasma schneiden, auf der anderen Seite mit Wasserstrahl. Man müsste eigentlich nur in der Mitte eine Wand einziehen.

Ansonsten muß man wohl 2 Anlagen anschaffen, die entsprechend teurer sind und leider auch wesentlich mehr Platz brauchen.

staby449
#4 Geschrieben : Freitag, 8. Oktober 2010 14:50:03
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Edelstahler schrieb:

....Vielleicht liesse es sich machen, wenn man auf einer Anlage mit 2 Portalen operiert, und die Anlage quasi halbiert.....

Oups? na was hast denn du vor? Also rein technisch muss ich dir sagen, das dies noch schwerer zu realisieren ist, wie die nicht stattgefundene Mondlandung. Und das war ja eine Meisterleitung, was die Jungs da in die Medien gezaubert haben. Aber das ist OT.

2 Portale sind sicherlich eine gute Sache, konstruktionstechnisch ohne großen Aufwand zu realiseren. Und wenn ich schon 2 Portale habe, dann möchte ich ja auch den ganzen Tisch mit jedem Portal erreichen, zumindest fast den ganzen Tisch.

Das was du gemeint hast, ist meiner Meinung nach Schwachsinn, denn dann kannst du gleich 2 Anlagen kaufen. Eine Wasserstrahl - und eine Plasma. Ende. Und du wirst sehen dass du mit diesem Weg Recht hattest. Lass dich nicht auf gemischte Technologien ein (wobei Plasma/Autogen noch kein Thema ist) aber alles andere ist totaler Mumpitz!

Schau doch mal bei dir zuhause in den Hifi Schrank. Hast du da auch ein All - in - One Gerät? Sicherlich nicht, denn wenn du ein bischen Qualität willst dann kaufst du einzeln. Und so ist das hier auch.

ein schönes WE, Gruß Staby

 

 

DER Tom
#5 Geschrieben : Freitag, 8. Oktober 2010 16:59:12
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Hallo Ihr 2 beiden...

wenn ich mich da mal einklinken darf, also ich bin auch der Meinung, das sowas nicht besonders gut gehen kann. Ein Problem, bereits angesprochen, ist das beide Technologien unterschiedliche Abfälle verursachen, die sich nicht mit der anderen Technik vertragen. Und selbst, wenn man es schaffen würde, z.B. den Plasmabrenner beim Wasserstrahlbetrieb absolut hermetisch von Staub und Wasserdampf abzuschotten, hat man immer noch mindestens 2 weitere Hürden, erstens, auch bereits angesprochen, ich blockiere mir die andere Technologie, und zweitens darf man nicht vergessen, dass ich mit chemisch auf Härte 0 konditioniertem Wasser arbeite, dadurch wird dieses so aggresiv, dass man sein Material in der Halle genausogut mit Essig einpinseln kann, da wird nicht mehr Korrossion auftreten.

Fazit: Es kommt nicht von ungefähr, dass sich sowas, trotz vorhandenem Angebot, nicht auf dem Markt durchsetzen kann.

Schönes WE

DER Tom

Martin Habla
#6 Geschrieben : Montag, 11. Oktober 2010 11:59:18

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@ DER Tom

So nun will ich mich da auch mal einmischen.

Also est ist ein Irrtum, dass beim Wasserstrahlschneiden mit auf Härte 0 konditioniertem Wasser gearbeitet wird.

Wie Du bereits schon geschrieben hast, ist dieses Wasser nicht gerade gut für Metall und erst recht nicht für Edelstähle, aus denen die Hochdruckzylinder bestehen. Verwendet man ein solches Wasser bekomme ich an den Hochdruckkomponenten Korosionsschäden.

Beim Wasserstrahlschneiden ist vorzugsweise "weiches" Wasser von Vorteil. Wir als Hersteller geben an das bei einer Carbonhärte von 2-10°dH, keine Vorkehrungen zur Wasserenthärtung getroffen werden müssen.

Außerdem gibt es solche Kombi-Geräte, Plasma und Wasserstrahl, schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Diese konnten sich in der Vergangenheit nie durchsetzen wegen der bereits angesprochenen Problematik bei der Verwendung der beiden Schneidverfahren.

Noch einen schönen Tag

Martin

Martin Habla

Vertriebsleiter

BHDT GmbH
DER Tom
#7 Geschrieben : Montag, 11. Oktober 2010 14:28:25
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OT on:
Hallo Martin,
dass man bis 10°dH nichts zu tun braucht war mir neu, Danke für die Info. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass alles was über 4°dH liegt konditioniert werden muss, weil sich sonst Kalkablagerungen bilden könnten.
Die Anlagen, die ich kenne sind durchweg mit chemischen Enthärtungsanlagen ausgestattet, wodurch das Wasser aggressiver wird.
OT off

DER Tom

Martin Habla
#8 Geschrieben : Montag, 11. Oktober 2010 17:29:16

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Hallo DER Tom,

was meinst Du mit chem. Enthärtungsanlagen, Umkehrosmose?

Normalerweise reicht eine einfache Aufbereitungsanlage, bei welcher mit Salz gearbeitet wird um den Kalk im Wasser zu reduzieren.

Das sind Anlagen ähnlich der, die in z.B. in einer Spülmaschine installiert sind.

Grüße

Martin

Martin Habla

Vertriebsleiter

BHDT GmbH
Edelstahler
#9 Geschrieben : Dienstag, 12. Oktober 2010 12:00:59
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Na da hab ich ja jetzt eine rege Diskussion losgetreten.

Danke erstmal für die zahlreichen, guten Tipps. So wie ich das sehe, wird es wohl sinnvoller sein, wenn wir dann wirklich 2 getrennte Anlagen kaufen, damit die beschriebenen Probleme nicht auf uns zukommen.

Platztechnisch ist es halt leider ungünstig, die Anlagen werden dann wohl eher sehr klein ausfallen müssen.

Dann werden wir mal ein paar Angebote einholen.

Martin Habla
#10 Geschrieben : Dienstag, 12. Oktober 2010 12:04:22

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Hallo Edelstahler,

rein technisch gesehen ist das sowieso die bessere Lösung.

HAst Du sonst noch Fragen zum Wasserstrahlschneiden?

Viele Grüße und noch einen erfolgreichen Tag.

Martin

Martin Habla

Vertriebsleiter

BHDT GmbH
Rico
#11 Geschrieben : Mittwoch, 13. Oktober 2010 19:06:15
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Hallo in die Runde!

Gibt es eigentlich einen "Trumpf" der Wasserstrahl-Schneidmaschinenhersteller, oder gibt es da mehrere "gleichwertige" Produzenten.

Bisher dachte ich immer, dass das Wasserstrahlschneiden mehr eine Randerscheinung der Schneidtechnologien darstellt.

Obwohl ja die Idee, mit Wasser zu schneiden, so genial wie simpel ist. Trotzdem denke ich, dass die Anwendung im Metallbereich doch sehr eingeschränkt ist. Problem ist wohl irgendwann die Materialstärke, ich hab mal was gelesen von maximal 60mm, wo es noch sinnvoll ist?!
Martin Habla
#12 Geschrieben : Donnerstag, 14. Oktober 2010 08:46:19

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Hallo Rico,

klar gibt es Trümpfe bei den Wasserstrahl-Schneidanlagenherstellern. Es stellt sich aber auch hier zuerst die Frage was will mit welcher Genauigkeit schneiden?

Wie bei den Autos gibt es auch bei den Herstellern von dacia Logan bis Ferrari alles und für jeden Geldbeutel.

Die Materialdicke spielt mittlerweile keine so große Rolle mehr. Wir haben Material mit 300 mm Dicke schon geschnitten.

Aber es kommt eben auch auf die Anforderungen an. Soll z.B. kein Wärmeeintrag ins Material stattfinden, wichtig bei Luft- und Raumfahrt, gibt es nur die Möglichkeit des Wasserstrahlschneidens.

Will ich aber auch die Schnittkante noch nachträglich mit möglichst wenig Aufwand bearbeiten, kommt in den meisten Fällen ebenfalls nur der Wasserstrahl in Frage.

Das Wasserstrahlschneiden ist eigentlich kein konkurierendes Verfahren, sondern eher eine Ergäzung zu Plasma- und Laserschneiden.

... und die Anwendungen werden immer mehr.

Viele Grüße

Martin

Martin Habla

Vertriebsleiter

BHDT GmbH
Rico
#13 Geschrieben : Freitag, 22. Oktober 2010 15:53:38
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Hallo Martin,

danke für die Erklärung.

Die Anwendung wäre schon überwiegend im Metallbereich, und seltener im Bereich Verbundmaterialien wie metall-verstärktem vulkanisiertem Kautschuk und ähnlichen Materialien, was wir natürlich im Augenblick fremdvergeben müssen.

Nachbearbeitung beim Metalltrennen wie Entgraten, Polieren und Sandstrahlen kommt leider schon häufiger vor, gerade bei größeren Materialstärken.

Da wäre sicher das Wasserstrahlschneiden eine sehr gute Ergänzung.

 

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